Henrik Möbitz

Kein Weingut im üblichen Sinne. Eher ein Garagenweingut. Aber was für eines! Der promovierte Chemiker verdient seinen Lebensunterhalt nicht in der Erzeugung von Weinen, sondern bei einem schweizer Großkonzern. Hat Henrik Möbitz 1996 aus purer Leidenschaft für Wein praktisch im Keller mit wenigen Kilo Trauben begonnen, so erzeugt er heute - immer noch in kleinsten Mengen - die spannendsten Weine Badens. Weißburgunder mit Struktur, dabei zerbrechlich den Gaumen umschmeichelnd. Pinot Noirs, hellfarbig, kühl, feinduftig, delikat und spannungsgeladen. Gewürztraminer mit Facetten und Spiel, Säure und Würze. Bei allem was Henriks Keller verläßt, findet man diese hohe Kunst des Vinifizierens vor. Dicke, plumpe, sich anbiedernde Weine sind seine Sache nicht, aber hierfür gibt es ja genügend Kollegen in Deutschland und darüber hinaus, die genau diesen Markt befriedigen. Zugegeben, einige Erfahrung im Verkosten von Wein benötigt man schon, um die Klasse dieser Weine, die dankenswerterweise auch ein niedriger Alkoholgehalt auszeichnet, zu erschmecken. Auch für Nebenbei sind Henriks Weißburgunder und Pinot Noirs nichts. Es sind vielmehr Weine, die einen zur Ruhe kommen lassen, gar aufs Köstlichste dazu zwingen, sich mit ihnen auseinander zu setzen. Wer sich darauf einlassen möchte, wird in hohem Masse beschenkt! Dankenswerterweise hat Henrik auch einige Magnumflaschen für uns gefüllt.