Uwe Schiefer

Neben Roland Velich die zweite schillernde Figur für die Rebsorte Blaufränkisch. Das klare Bekenntnis des ehemaligen Reisekaufmannes und Sommeliers zum Blaufränkisch - der roten Hauptsorte der Eisenbergregion - lautet: "Alte Rebstöcke, beste Sonnenlagen, der bewusste Verzicht auf neue Technologien als Basis für Weine, in denen sich die Besonderheit des pannonischen Klimas mit den eisenhältigen Lehm- und Schieferböden und die Leidenschaft fürs Weinmachen vereinen." Dabei bleibt Uwe Schiefer ein echtes Enfant terrible der österreichischen Weinszene und ist immer für Überraschungen gut. Mich begeistert vor allem seine Kompromißlosigkeit in jeder Hinsicht. Er bewirtschaftet im Südburgenland am berühmten „Eisenberg“ knapp 5 Hektar Rebland. Ein Teil des "Eisenberges" steht auf österreichischem, ein anderer bereits auf ungarischem Territorium. Wie bei Roland Velich ist bei Uwe Schiefer im Keller weniger mehr. Uwe Schiefer arbeitet im Weinberg so konsequent, wie er im Keller schonend umsetzt, was die Natur ihm liefert. Die Weine werden ausschließlich spontan vergoren und in Fässern verschiedener Größe langsam auf der Hefe ausgebaut. Um noch mehr Individualität in seine Weine zu bannen, stellt auch Schiefer auf biodynamische Arbeitsweise um. Durch diese zurückhaltende Vinifikation und die besondere Aufmerksamkeit im Weinberg gelingen Uwe Schiefer einzigartige Weine aus der Rebsorte Blaufränkisch: Nie plump, fett, entsäuert und alkoholisch, wie der Blaufränkisch bei fast allen Nachbarwinzern, sondern rassig, mit pikanter Säure, eingehüllt in fruchtwürzige appetitanregende Textur. Dabei himmlisch elegant - denn purer Samt streichelt wohltuend den Gaumen. Die Gerbstoffqualität, gerade beim Blaufränkler ungeheuer wichtig, ist hier einzigartig fein. Daneben zeichnet sie ihre kühle Art, die fast das erfrischende Moment eines Weißweines aufzeigt, als ideale Essensbegleiter aus. Zu Fisch, Gemüse, Fleisch, nicht fällt mir ein, wo der ein oder andere Schiefer nicht dazu passt. Insgesamt wirken die Weine wie feinste Elixiere, denen ein Jean-Baptiste Grenouille spontan verfallen wäre. In meinen Augen ist die Arbeit von Uwe Schiefer und Roland Velich absolut wegweisend für den Weinbau in Österreich, auch wenn viele Winzer dort weiter oder sogar vermehrt auf das olympische Prinzip "schneller, weiter, höher" setzen und immer dickere Weine machen, die leider immer weniger Charakter und Individualität besitzen.

2005 Blaufränkisch Reihburg

2005 Blaufränkisch Reihburg

EUR 65,00

EUR 86,67 pro Liter

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